Freitag, Dezember 16, 2005

Oh, du Fröhliche bis zum Amoklauf!



Eine geniale Karikatur veröffentlichte die Kronen Zeitung auf der Titelseite. Darüber sollten wir nachdenken: Was ist eigentlich für uns noch Weihnachten? Einkaufswahn, Schuldenberg, Hektik und Depression. Irgendwo dazwischen ist der Sinn liegen geblieben.

Unter dem Arm eingeklemmt halte ich den Weihnachtsbaum: Schneller Kauf, weil viel Zeit zum Schauen hab ich nicht. Hauptsache grüne Nadeln. In der einen Hand das schreiende Kind, das vom Christkind unbedingt zwei Playmobile haben möchte und und und. In der anderen Hand mehrere Pakete. Von Verkäuferinnen eingepackt, weil man zu Hause dafür einfach keinen Nerv und keine Zeit hat. In der Manteltasche eine lange Erinnerungsliste: Geschenk für den Ehemann, die Schwester, die Mutter, den Vater, den Bruder, die Putzfrau, die Freundin.... Alles noch zu besorgen! Der Kontostand bei der Bank wird gedanklich ausgeblendet: Es ist ja Weihnachten. Leise rieselt der Euro! Egal: Im Jänner brauch ich ohnehin nix, da wird nur umgetauscht. Der Blödsinn. Das Sinnlose. Das Überflüssige.

Nach der ganzen Vorweihnachts-Depression und dem Einkaufsstress, dann der alljährliche Baum-Tumult. Wenn die Kerzen flackern und es nach Keksen duftet (backen war auch stressig!) und die Kinder ihre Pakerln aufreißen, ist es mit der stillen Zeit in vielen Wohnungen endgültig vorbei. Nennt man: Amoklauf unterm Christbaum. Es fliegen die Fetzen. Und im Jänner gehen wir zum Anwalt!

Oh, du Fröhliche. Und alle Jahre wieder sind wir genauso dumm wie im Vorjahr. Weil Weihnachten ist. Und wir uns einfach nicht vorstellen können, wie es auch friedlicher geht. Jesas Maria!

1 Comments:

Anonymous Zooey said...

Wie wahr, wie wahr! Ich kann mich noch genau an das letze Jahr erinnern. Eigentlich war der engste Kreis der Familie zum Essen am 24.12. bei Verwandten eingeladen. Wir verbrachten also den Heiligabend mal nicht zu Hause. Was sollte also mit der Bescherung geschehen? Da wir eine italienische Familie sind, schlug ich vor, dass wir uns einmal in Disziplin üben und erst am morgen des 25.12. beschenken, so wie es in Italien üblich ist. Nun, mein Vorschlag wurde abgeschmettert und was war das Ende des Liedes? Wir trafen uns um 17 Uhr zu Hause und da wir um 18 Uhr schon bei Verwandten eingeladen waren, rissen alle natürlich schnell ihre Geschenke auf, bedankten sich und nach einer halben Stunde war alles vorbei und wir fuhren los. Warum ich das erzähle? Tja, ich fragte mich natürlich, wozu der ganze Stress! Wochenlang hatte ich mir Gedanken gemacht, was ich wem nützliches oder schönes schenke könnte. Wofür? Für eine halbe Stunde des chaotischen und extrem schnellen Auspackens und einen kurzem Dankeschön. Im letzen Jahr ist mir dabei natürlich aufgegangen, wie blöd Weihnachten schon geworden ist. Und als Christ ist das kein schöner Gedanke. Die Idee in mir reift immer mehr heran, dass man sich einfach an Weihnachten nichts mehr schenken sollte (vielleicht mit Ausnahme der Kinder!?).

11:07 vorm.  

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