Dienstag, Dezember 27, 2005

Milde für falschen Priester

krone.at, 27.12.

Ein Bayer, der in zwei oberösterreichischen Pfarren ohne geweiht zu sein monatelang als Priester gepredigt hat, wird als gefährlicher Krimineller abgestempelt. So der Tenor der Schlagzeilen in den Medien. Und dabei hat es der falsche Pfarrer gar nicht so schlecht gemacht: Er ist laut Medien bibelfest und redegewandt, die Leute der beiden Orte mochten ihn, er zelebrierte sogar zwei Begräbnisse.

Was soll also die künstliche Aufregung? Sicher, für die Täuschung verdient er sich keinen Heiligenschein. Aber was ist schon passiert? Es gibt ohnehin viel zu wenige Männer, die noch Priester werden wollen. Warum hört man sich den 45-jährigen Mann nicht vorher an, bevor er als Hochstapler und Betrüger öffentlich Karriere machen muss. Vielleicht ist er auf der Suche nach einer neuen inneren Heimat? Aus Jux und Tollerei wird er sich wohl kaum vor den Altar gestellt haben. Die Kirche sollte Milde walten lassen.

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