Mittwoch, Dezember 28, 2005

Die Entführung geht mir diesmal nicht nahe


bild.de, 28.12.
Erst vor wenigen Tagen wurden zwei Österreicher nach mehrtägiger Entführung im Jemen freigelassen, jetzt wurde eine fünfköpfige deutsche Familie verschleppt. Mitleid empfinde ich nur mit den drei Kindern, die sich jetzt in der Gewalt von Bewaffneten befinden. Man stelle sich vor: Statt Weihnachtskeks und Schneeballschlacht gefangen in einem Lager bei Schmallspur-Kost umringt von Maschinenpistolen und Menschen, die einem nicht verstehen. Es ist mir völlig unverständlich, dass Reiselustige ihre (friedlichen) Weihnachtsferien ausgerechnet in Ländern verbringen, für die es eine offizielle Reisewarnung gibt. Ist es der Gedanke, mir kann eh nix passieren? Prickelndes Abenteuer anstatt das übliche Sandburgen bauen unter Palmen? Und das noch zum Spottpreis?

Zum ersten Mal, nachdem es sich jetzt bereits um die dritte Entführung binnen kürzester Zeit handelt, kommt bei mir Unverständnis auf. Die Schlagzeile prallt, wie man so schön sagt, ab. Die Entführung geht mir nicht unter die Haut. Wohl verstärkt auch dadurch, dass sowohl die beiden Österreicher als auch die im Irak verschleppte Susanne Osthoff vorerst nicht in die Heimat zurückkehren wollen. Also in jenem Land bleiben, in dem sie entführt wurden!

Ich hoffe natürlich, dass die fünf Deutschen das Abenteuer Jemen heil überstehen. Im Falle ihrer Befreiung sollten sie für die Bemühungen der Behörden bezahlen müssen. Warum soll der Steuerzahler dafür aufkommen? Mein Mitgefühl für diese Menschen hält sich in Grenzen.

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